IHHT steht für Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training: Man liegt entspannt, trägt eine Maske und atmet abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft. Der Körper erlebt dabei etwas, das sich physiologisch anfühlt wie ein Ausflug ins Hochgebirge – ohne dass man sich bewegt.
Die Idee dahinter
Das Prinzip heißt Hormesis: Ein kontrollierter, dosierter Stressreiz löst eine Anpassungsreaktion aus, die den Körper anschließend widerstandsfähiger macht. Dasselbe Prinzip steckt hinter Sport, hinter Sauna und hinter Kälte. Bei IHHT ist der Reiz der zeitweise Sauerstoffmangel: Er soll unter anderem die Mitochondrien ansprechen und die Anpassung an Sauerstoffmangel anstoßen.
Wie eine Sitzung abläuft
Man liegt bequem, bekommt eine Atemmaske und ein Pulsoximeter an den Finger. Ein Gerät mischt die Atemluft und senkt den Sauerstoffgehalt phasenweise ab; die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt kontrolliert, danach folgt eine Phase mit erhöhtem Sauerstoffangebot. Das Ganze wechselt sich über die Sitzung ab und wird laufend überwacht. Anstrengend ist es nicht – man liegt einfach da.
Wie sich das konkret anfühlt und was mir an der Umsetzung gefallen bzw. gefehlt hat, habe ich in meinem Erfahrungsbericht zu IHHT bei Biogena Biohacking in Wien aufgeschrieben – inklusive des Punkts, der mich am meisten gestört hat: Ohne Datenspeicherung am Gerät lässt sich über mehrere Behandlungen hinweg kein messbarer Verlauf verfolgen.
Für wen es interessant sein kann
- Menschen, die sich schwer belasten können: Der Reiz entsteht im Liegen – das ist der eigentliche Charme des Verfahrens.
- Höhenvorbereitung: Wer auf eine Bergtour oder in die Höhe reist, hat hier die plausibelste Anwendung.
- Neugierige: Als Ergänzung, wenn Schlaf, Bewegung und Ernährung schon stehen.
Was ich davon halte
IHHT ist eines der spannenderen Verfahren, die ich getestet habe – und gleichzeitig eines, bei dem ich am ehrlichsten sagen muss: Die Datenlage trägt die großen Versprechen nicht. Als Ergänzung für Menschen, die klassisches Training schlecht umsetzen können, finde ich es plausibel. Als Abkürzung um Bewegung herum funktioniert es nicht. Wer noch nie Zone-2-Training gemacht hat, sollte dort anfangen – der Nutzen pro Euro ist unschlagbar.
- Navarrete-Opazo A, Mitchell GS (2014): Therapeutic potential of intermittent hypoxia: a matter of dose. American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology.
- Serebrovskaya TV, Xi L (2016): Intermittent hypoxia training as non-pharmacologic therapy for cardiovascular diseases. Experimental Biology and Medicine.
- Burtscher M et al. (2004): Intermittent hypoxia increases exercise tolerance in elderly men with and without coronary artery disease. International Journal of Cardiology.


