Pro
- Im Alltag praktisch nicht spürbar – man vergisst ihn
- Werte laufen kontinuierlich aufs Handy, kein Piksen
- Durchgehendes Tragen über Monate problemlos möglich
Contra
- Der Sensor kann sich lösen – am Oberarm bleibt man im Alltag leicht hängen
- Als gesunder Selbstzahler ein teures Vergnügen
Worum es geht
Ein kontinuierlicher Glukose-Sensor (CGM) misst nicht den Blutzucker direkt, sondern den Zuckergehalt in der Gewebsflüssigkeit unter der Haut – rund um die Uhr, ohne Piksen. Ich habe den Freestyle Libre 3 von Abbott drei Monate lang getragen, insgesamt sechs Sensoren am Stück.
Wichtig vorweg: Der Sensor ist ein Medizinprodukt und in erster Linie für Menschen mit Diabetes gedacht. Ich habe ihn aus Interesse an meinen eigenen Reaktionen auf Mahlzeiten und Bewegung getragen – nicht, um irgendetwas zu diagnostizieren. Wer den Verdacht auf eine Stoffwechselstörung hat, gehört zur Ärztin oder zum Arzt und nicht in ein Selbstexperiment.
Mein Eindruck
Der Punkt, der mich am meisten überzeugt hat, ist zugleich der unspektakulärste: Man spürt ihn im Alltag praktisch nicht. Nach den ersten Stunden hatte ich schlicht vergessen, dass er da ist – beim Schlafen, beim Sport, beim Anziehen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen „drei Tage ausprobiert“ und „drei Monate durchgezogen“. Genau deshalb kam ich überhaupt auf sechs Sensoren hintereinander.
Der zweite Vorteil ergibt sich daraus: Weil die Werte kontinuierlich aufs Handy laufen, siehst du nicht einzelne Momentaufnahmen, sondern den Verlauf. Man lernt seine eigenen Muster erst dadurch kennen.
Was man wissen sollte
Mein einziger echter Kritikpunkt: Der Sensor kann sich lösen. Er klebt gut, aber er sitzt am Oberarm – und damit genau dort, wo man im Alltag hängen bleibt. Wenn das passiert, ist der Sensor verloren, und das ist bei den Kosten ärgerlich.
Mein Tipp
Genau dafür gibt es Fixierpflaster, die über dem Sensor kleben und ihn zusätzlich sichern. Bei mir haben sie das Problem gelöst. Wenn du den Sensor länger als ein paar Tage tragen willst, würde ich sie von Anfang an mitbestellen statt erst nach dem ersten verlorenen Sensor.
Mein Fazit
Der Freestyle Libre 3 ist technisch unauffällig im besten Sinne: Er stört nicht, und deshalb trägt man ihn tatsächlich durch. Wer ihn als gesunder Mensch aus Neugier auf die eigenen Muster nutzt, sollte zwei Dinge einplanen – die Kosten als Selbstzahler und ein Päckchen Fixierpflaster.


